Auf den Spuren von Schiller und Goethe - eine unvergessliche Exkursion des 2. Semesters nach Weimar

26.03.2025

Am 20. März machte sich der 11. Jahrgang auf den Weg nach Weimar – eine Stadt in Thüringen, die sich im 18. Jahrhundert zum kulturellen Zentrum Deutschlands entwickelte. Diese Blütezeit der Dichtkunst ist untrennbar mit den Namen Goethe und Schiller verbunden. 

Bereits um 7 Uhr begann die Fahrt in Richtung Thüringen, begleitet von den Lehrkräften Herr Fooß, Frau Kadir, Herr Sawallisch und Frau Schertz, um die Geburtsstätte der Weimarer Klassik selbst zu entdecken. In drei Gruppen aufgeteilt begann der Tag mit der Führung "Phönix aus der Asche" und einer Tour durch das Wittumspalais. Die Führung "Phönix aus der Asche" erstreckte sich vom Stadtschloss durch den Park an der Ilm bis hin zu Goethes Gartenhaus. Dabei wurden die Besonderheit der englischen Parkgestaltung, die beginnende Freundschaft zwischen Goethe und dem Herzog Carl August sowie Goethes Wirkung als Minister thematisiert. Durch diese Einblicke gelang ein breit gefächerter und inspirierender Einstieg in die Zeit um 1800. Die Geschichte der Herzogin Anna Amalie und ihre Bedeutung für den kulturellen Aufschwung Weimars haben wir in der anschließenden Tour durch das Wittumspalais kennengelernt. Dort hatten wir auch die Chance, eine private Klaviervorführung auf dem historischen Flügel des Hauses anhören zu können.

In unserer Freizeit nutzten einige die Möglichkeit, weitere bedeutende Orte wie das Goethehaus, das Schillerhaus oder die Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu erkunden. Andere schlenderten durch die charmante historische Innenstadt, genossen die Sonne und erkundeten zahlreiche Läden und Cafés. Am Nachmittag versammelte sich der gesamte Jahrgang zum letzten Programmpunkt: Die Besichtigung der Gedenkstätte Buchenwald, über die in einem zweiten Beitrag informiert wird. 

(Louisa Weber und Fiorella Pirch, 2. Semester)

"Niemand nahm Abschied, niemand errichtete ein Kreuz oder einen Stein, doch ihr lebt,
solange Menschen sich eurer erinnern."
(Inschrift des Mahnmals für die verfolgten und ermordeten Frauen und Mädchen in der Gedenkstätte Buchenwald) 

Nur wenige Kilometer von der Klassikerstadt Weimar entfernt ließ die SS 1937 das Konzentrationslager Buchenwald errichten. Sein Name wurde zum Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen. Am 20. März besuchte der 11. Jahrgang unserer Schule die Gedenkstätte. 

Jeder Schüler erlebte den Besuch auf seine eigene Weise – Gedanken und Emotionen waren unterschiedlich. Manche wirkten nachdenklich, andere zeigten sich betroffen, wieder andere verunsichert durch die Verbrechen, die sich in diesem Lager zugetragen haben. Eines haben sie alle gemeinsam: Niemand bleibt unberührt von den Eindrücken dieses Ortes. Jeder wird daran erinnert, welches unermessliche Leid die Menschen hier erdulden mussten. Und genau darum ist es so wichtig, sich zu erinnern – damit sich diese Geschichte niemals wiederholt. 

Heute sind nur noch Überreste des Lagers zu sehen. Informationstafeln helfen dabei, sich vorzustellen, wie es einst aussah und welches Grauen sich hier abspielte. Das Konzentrationslager bestand aus mehreren Bereichen: Das Häftlingslager umfasste zahlreiche Baracken, in denen Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen lebten. Zentral lag der Appellplatz, wo täglich Zählungen und Demütigungen stattfanden. In einem separaten Bereich, dem sogenannten Bunker, wurden Häftlinge isoliert und gefoltert. Die SS-Kommandantur und Kasernen befanden sich außerhalb des eigentlichen Häftlingslagers. Rund um das Lager verliefen elektrisch geladene Stacheldrahtzäune und Wachtürme. Auch Zwangsarbeit spielte eine große Rolle, besonders in den angrenzenden Steinbrüchen und Rüstungsbetrieben wie den Gustloff-Werken. 

Es ist ein bedrückendes Gefühl zu wissen, dass über 250.000 Menschen in Buchenwald inhaftiert waren – und etwa 56.000 von ihnen ihr Leben verloren: durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit, medizinische Experimente oder gezielte Ermordung. Nach der Befreiung 1945 wurde das Gelände von der Sowjetunion als Speziallager weiter genutzt. Dort wurden unter oft willkürlichen Vorwürfen nicht nur tatsächliche oder vermeintliche Gegner des Kommunismus, sondern auch deutsche Soldaten und ehemalige NS-Funktionäre interniert. Die Bedingungen waren sehr hart, 1950 wurde das Lager aufgelöst. 

1958 entstand die Gedenkstätte, um an die Opfer zu erinnern. Buchenwald gehört genauso zu Deutschland wie die Literaturstadt Weimar. Geschichte und Aufklärung sind an diesem Ort untrennbar miteinander verbunden. Der Besuch dieser Gedenkstätte war eine bewegende Erfahrung und Aufforderung zugleich. Die besondere Atmosphäre des Ortes war spürbar 

– eine eindrucksvolle und zugleich erschütternde Mahnung, die Vergangenheit nicht zu vergessen und sich für eine friedliche Zukunft einzusetzen.

Rosanna Kutz (2. Semester)